
Martin Kaymer (Getty Images)
rAls alles etwas schwieriger zu werden drohte, der Putter schwächelte, ein erstes Bogey auf die Karte notiert werden musste, Rory McIlroy davon zog und der härteste Teil des Majlis-Kurses im Emirates GC wartete, da kam Martin Kaymer zurück. Und wie. Mit einem Eisen 8 schlug er den Ball über das Wasser am Par 3 der siebten Bahn. Der Ball sprang einen Meter vor der Fahne auf und landete, vom Spin gebremst, im Loch, 162 Meter entfernt - "die perfekte Länge, erst dachte ich aber, er ist zu kurz", sagte Kaymer.
Doch es passte: Hole-in-one, Arme in die Luft, großer Jubel. Und ein lachender Kaymer, der gleich erklärte, dass er die Uhr nicht behalten darf, die es für ein Ass an diesem Loch gibt. Mit Physio Rolf Klöttschen hat Kaymer eine Par3-Wette laufen. "Ich bekomme 20 Euro", erklärte er Flight-Partner Miguel Angel Jiménez lachend.
Kaymer hatte vor dieser Saison seine Ziele formuliert, die sich über viele Monate nicht geändert hatten: eine gute Runde beim Masters, ein British-Open-Sieg und ein Hole-in-one, das waren die prägnantesten Wünsche. Hinter letzteren kann er nun einen Haken machen. Es war schon fast unwirklich, dass einer der besten Spieler der Welt, dazu noch einer, als dessen Stärke viele das Eisenspiel sehen, noch ohne Ass im Lebenslauf Majors gewinnt. Nun ist diese Unebenheit im Weltenlauf beseitigt.
"Es war genau der richtige Zeitpunkt", wusste Kaymer, der zu diesem Zeitpunkt vier Schläge hinter McIlroy gerutscht war. Auf elf unter Par spielte er sich mit dem Hole-in-one, dort blieb er auch bis zum Schluss. Zwei Schläge liegt er damit hinter Rory McIlroy, dem Führenden nach dem Vormittag. Beide hatten früh am Freitag Birdie an Birdie gereiht, dabei auf den Grüns sogar einige Chancen liegenlassen und waren dem Feld davongezogen.
Doch irgendwann konnte Kaymers starkes langes Spiel die Probleme auf den Grüns nicht ausgleichen. Am Par der vierten Bahn, seinem 13. Loch, benötigte er drei ärgerliche Putts und lochte erst zum Bogey. Ab da schien es ein Kampf zu werden, auch weil McIlroy weiter fleißig Birdies notierte. Dann kam die siebte Bahn. Es war ein Par 3. Und Kaymer nahm das Eisen 8.
Auch Siem bleibt vorne dranNun geht er hoffnungsvoll ins Wochenende. Neben McIlroy schob sich am Nachmittag auch Thomas Björn auf 13 unter Par. Das Spitzenduo hat einen Schlag Vorsprung auf den Spanier Rafael Cabrera-Bello (69) und zwei Zähler Vorprung auf Kaymer. "Ich freue mich", erklärte Kaymer. "Wenn ich weiter so Golf spiele, kann es ein sehr gutes Turnier für mich werden."
Auch für Marcel Siem sieht derzeit alles nach einem guten Event aus. An Tag zwei musste er zwar "die großen Jungs", wie er sagte, vorbei lassen, doch nach seiner 69 (-3) mit einem schönen Abschluss-Birdie an der schwierigen Neun liegt er bei zehn unter Par weiter in den Top Ten und hat nur einen Schlag Rückstand auf Kaymer. Unter anderem mit Lee Westwood, der eine 65 ablieferte, teilt er sich den siebten Platz.
"Es war leider nicht ganz so gut wie gestern", zog Siem nach fünf Birdies und zwei Bogeys ein zufriedenes aber bei weitem nicht so begeistertes Fazit wie noch am Donnerstag. "Die Fahnenpositionen war schwieriger, dazu war etwas mehr Wind. Viele Schläge waren zwischen den Distanzen. Das war gestern eben perfekt, da hatte ich immer den vollen Schlag. Das macht dann schnell aus zwei Metern mal eben sechs Meter zur Fahne. Aber insgesamt bin ich echt zufrieden."