Man kann vieles planen als Veranstalter von Golf-Turnieren. Einen herausragenden Kurs, gute Organisation, in gewissem Maße und mit etwas Kleingeld auch ein Weltklasse-Feld. Was man nicht in den eigenen Händen hat, ist der Verlauf: das Wetter und die Leistung der Profis. Doch auch in dieser Beziehung scheint in diesen Tagen in Dubai bei der Desert Dubai Classic nahezu alles richtig zu laufen.
Nach ungewöhnlich windstillen ersten zwei Tagen auf dem Majlis-Kurs im Emirates GC, die viele Birdies und eine interessante Show ermöglichten, wurde es am Samstag herausfordernder. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich zur Halbzeit bereits die laut Weltrangliste besten Starter, Rory McIlroy (-13), Lee Westwood (-10) und Martin Kaymer (-11), in der Spitzengruppe etabliert. Dazu kam in Thomas Björn (-13) ebenfalls ein großer Name. Und aus deutscher Sicht komplettierte Marcel Siem (-10) ein äußerst aussichtsreiches Szenario.
Und alle Hoffnung war berechtigt. Denn der zunehmende Wind machte den Kurs etwas bissiger - und die Profis wussten dies zu nutzen, in dem sie zur großen Grundspannung in der dichtgedrängten Spitzengruppe immer wieder sehr starkes Golf zeigten.
Dabei hatten ausnahmsweise die Freitags-Spitzenreiter McIlroy (72) und Björn (drei Bogeys auf den letzten vier Löchern, 73) Probleme, nachdem sie zu Beginn der Runde noch geglänzt hatten. Auch Kaymer (70) erwischte seinen bislang schwächsten Tag. Doch alle drei kämpften sich am Ende durch den Tag ohne den Kontakt zu verlieren, der Deutsche ein wenig besser als seine Kontrahenten. "Es war einfach nicht genug", sagte Kaymer. "Ich habe viele Chancen gehabt, nur nicht gut geputtet. Es hätte weitaus besser laufen können. Aber es ist okay. Ich werde positiv bleiben."
Für große Momente sorgten meist andere: Lee Westwood (67) mit unglaublich starkem langem Spiel, der extravagante Schwede Joel Sjöholm mit der zweiten 66 in Folge und vor allem Marcel Siem (68) mit sensationellen Rettungsschlägen von abseits des Fairways.
Siem ohne Schlagverlust am SamstagDer Deutsche bliebt ohne Bogey in Runde drei und liegt damit vor dem Finale nur einen Schlag hinter Westwood (-15). Beide werden auch am Sonntag gemeinsam auf die Runde gehen. Und wieder mit Stephen Gallagher (68), der sich wie auch Rafael Cabrera-Bello (66) neben Siem auf Position zwei setzte."Am Anfang war ich schon etwas nervös", gestand Siem. "Mit der Nummer drei der Welt zu spielen, ist was Besonderes. Aber früher bin ich damit weniger gut zurecht gekommen. Mein Schwung ist inzwischen viel stabiler." Solides Spiel wird er auch am Sonntag brauchen. Der Druck im letzten Flight wird sicher nicht weniger.
Kaymer teilt sich Rang fünf unter anderem mit McIlroy und Sjöholm bei 13 unter Par. Es bleibt also alles eng beieinander. Die Nummer zwei, drei und vier der Welt (Siem: "die Top-Jungs") sind gerade einmal zwei Schläge getrennt. "Ich muss wie am Donnerstag und Freitag spielen. Das war brilliant", fordert Kaymer, der im drittletzten Flight mit McIlroy aufteet. Dazu kommen interessante Außenseiter mit Sjöholm und Siem. Es soll sehr windig werden, was die Sache noch interessanter macht. Vor allem für die Verfolger, die weniger Angst haben müssen, das Westwood mit vielen Birdies davonzieht. Die Freude über die Entwicklung wird bei den Organisatoren deswegen sicherlich nicht geringer sein.
