Es war zweifelsohne eine der verrücktesten Runden der noch jungen Saison. Doppelbogey-Doppelbogey lauteten die ersten beiden Ergebnisse auf der Scorekarte von Marcel Siem in der dritten Runde des Avantha Masters. Siem war zu diesem frühen Zeitpunkt aus den Top Ten weit ins Niemandsland des Leaderboards zurückgefallen. Ein absoluter Fehlstart.
"Ich lag zwei Mal tot vor einem Baum und habe dann auch auf beiden Löchern noch einen kurzen Putt daneben geschoben", kommentierte er auf Anfrage von Golf.de die frühen Fehler. Dann allerdings folgte beim 31-Jährigen eine Wendung zum Positiven: "Ich habe mir nur eingeredet, dass ich die harte Arbeit nicht einfach wegwerfen darf und habe gekämpft wie ein Löwe."
Und das mit großem Erfolg. Acht Birdies bei nur zwei Schlagverlusten fanden sich danach auf Siems Scorekarte wieder. Die Krönung erfolgte auf dem Schlussloch. Nach einem Drive Mitte Fairway legte er sein langes Eisen in das Grün des abschließenden Par 5 tot an den Stock. Er lochte den Putt zum Eagle und unterschrieb letzten Endes mit der 68 seine beste Runde des Turniers.[:galerie:]
Siem im Finalflight mit Gonnet und Kruger"Wahnsinn, dass sowas geht", zeigte sich Siem ob seiner unterhaltenden Vorstellung über sich selbst überrascht. Der einzige Deutsche im Feld geht als geteilter Zweiter mit Peter Whiteford und Jean-Baptiste Gonnet einen Schlag hinter dem Führenden in das Finale von Indien. Damit ist Siem nach Dubai zum zweiten Mal in Folge im Finalflight eines Turniers vertreten.
An der Spitze liegt Jbe Kruger. Der kleine Südafrikaner notierte im Verlauf seiner fehlerfreien Runde je zwei Eagles und Birdies und führt bei einem Gesamtergebnis von -11.
Sechs Spieler, darunter der ehemalige Ryder-Cup-Teilnehmer Paul McGinley, gehen bei -9 von Position fünf in die vierte Runde.