Mittwoch, 22 Februar 2012
Martin Kaymer & Rory McIlroy  (Getty Images)
Martin Kaymer & Rory McIlroy (Getty Images)
Martin Kaymer kehrt zurück, Dove Mountain, der Ritz-Carlton GC, die Wüste von Arizona. Der Deutsche hat in der Nähe sein zweites Zuhause, die zwei Stunden Autofahrt auf der Interstate 10 in den Südosten werden sehr speziell sein, die Erinnerung ist noch sehr frisch. Vor einem Jahr wurde Kaymer, 27, zwischen Sand und Kakteen die Nummer eins der Welt, als zweiter Deutscher 25 Jahre nach Bernhard Langer, als zweitjüngste Nummer eins der Geschichte nach Tiger Woods.

"Ich kann mich auch noch genau an den Putt erinnern, der mich zur Nummer eins der Welt gemacht hat", blickt Kaymer zwölf Monate später zurück. "Das war ein besonderer Moment für mich." Im Halbfinale des  Matchplay-WGCs besiegte er damals Bubba Watson, den er auch schon im Stechen der PGA Championship bezwungen hatte.

Es war der Abschluss eines unvergleichlichen Aufstiegs - nicht kometenhaft, aber unglaublich stetig und konstant. Er endete im Februar vor genau einem Jahr. Seither hat sich viel verändert.  Oder wie Kaymer es auf Anfrage von Golf.de ausdrückt: Es sei "extrem viel passiert". Die vergangenen zwölf Monate werde er nicht so schnell vergessen. "Ich habe auf und abseits des Golfplatzes viel gelernt und auch viel erreicht und das wird mir keiner mehr nehmen können."

Von allen Seiten wurde nach Kaymer gegriffen. Nach einem, der es eigentlich mag, auch mal seine Ruhe zu haben. Kaymer genießt es sehr, im engen Freundeskreis ein paar Tage mit Jetski oder Stadionbesuchen zu verbringen und die Golf-Schläger mal nicht zu sehen. Das ist als Nummer eins nicht wirklich möglich. Zwischen PR-Terminen, Pressegesprächen und anderen Verpflichtungen bleibt schon wenig Raum für Training - und noch viel weniger für Entspannung.

"Die Nummer eins zu werden und für acht Wochen an der Spitze zu stehen - da gilt es schon einige Veränderungen zu erfahren und zu verarbeiten", weiß Kaymer inzwischen. Und er weiß, dass er damit besser zurecht kommen würde, wenn es wieder soweit sein sollte. In der Weltrangliste wird er inzwischen auf Position vier geführt, näher an der Nummer fünf Steve Stricker als an Rory McIlroy auf Platz drei.

Nach seinem Erfolg in Arizona, wo er das Finale gegen Luke Donald jedoch verlor, wollte es lange nicht so richtig klappen. Neben dem neuen Stress waren auch Arbeiten am Schwung an einer längeren Findungsphase verantwortlich. So war es aus seinen damaligen Aussagen herauszulesen. Beim Masters scheiterte er ebenso am Cut wie als Titelverteidiger bei der PGA Championship. Erst der Erfolg beim WGC in Shanghai machte die bis dahin durchschnittliche Saison 2011 noch zu einer guten.

Doch irgendwie geht es sowieso um viel mehr: "Das Jahr hat meinen Horizont als Sportler und als Mensch deutlich erweitert und darüber freue ich mich sehr", sagt Kaymer und zieht damit jegliches Krisenpotenzial aus vereinzelt schwächeren Auftritten. Was zählt, ist die Gesamtentwicklung. Ausrutscher sind da einberechnet.

So wie jüngst in Abu Dhabi. Kaymer reiste als Top-Favorit und Titelverteidiger an und scheiterte am Cut. "Ich habe mich mit dem Putten zu Beginn recht schwer getan." Mehr sagt Kaymer nicht, vielleicht gibt es auch nicht mehr. Denn in der Folge klappte es in Katar und Dubai wieder recht ordentlich. Das "ungewollte freie Wochenende und die nächsten Tage" nach Abu Dhabi habe er aber intensiv genutzt, "um weiter an meinem kurzen Spiel zu arbeiten".

In Katar ("viel zufriedener") wird er Neunter. In Dubai ist mehr drin als der 13. Platz, aber "hier und da fehlten ein paar Nuancen". Dennoch: "Die Leistungskurve zeigt vom Gefühl her in die richtige Richtung. Ich bin sehr motiviert." Daran hat sicherlich auch der bisherige Höhepunkt seiner Saison, das Hole-in-one in Dubai in Runde zwei, seinen Anteil. Aus knapp 162 Metern lochte er an Loch 7 mit einem Eisen 8 ein. So konnte er auch ohne Turniersieg in diesem Jahr bereits feiern: "Mit meinem Physio Rolf Klöttschen und Marcel (Siem) war ich abends im Hotel in einem deutschen Restaurant. Dort haben wir erneut Schweinshaxe gegessen, die mir am Abend zuvor schon ein wenig Glück gebracht hatte."

Nach Dubai, wo er am Samstag auch Oliver Kahn traf, der ihn ein paar Löcher begleitet hatte, ging es sofort zurück nach Scottsdale in das zweite Zuhause. Dort hat er sich in Ruhe auf die Rückkehr nach Dove Mountain vorbereitet. Auf seinen Trainer musste er dort jedoch verzichten, nachdem Günter Kessler in Dubai noch dabei war, "was mir extrem gut getan hat. Gerade im kurzen Spiel konnte er mir wieder sehr helfen." Seit 1997 arbeiten beide zusammen, auch der Schüler ist immer noch "fasziniert, dass die Arbeit mit Günter bis heute so unglaublich viel Spaß macht und er mir jedes Mal einige weitere nützliche Tipps mit auf den Weg gibt".

Kaymer weiß spätestens seit seinem Sprung an die Spitze der Golf-Welt, wie wichtig es ist, Konstanten im Leben als Spitzensportler zu haben. Ein weitere wäre: Feiern beim Matchplay in Arizona.

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Turnier Leaderboard

Name des SpielersNatLochPar
-BADDELEY, AaronAUS-
-BAE, Sang-moonKOR-
-BRADLEY, KeeganUSA-
-BYRD, JonathanUSA-
-CHALMERS, GregAUS-
-CHOI, K JKOR-

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