• EN
  • DE
  • FR
  • ES
  • JP
Mittwoch, 04 April 2012
Rory McIlroy   (Getty Images)
Rory McIlroy (Getty Images)

Ähnliche Inhalte

Tiger Woods lacht. Er lacht viel in diesen Tagen. Das war mal anders. Fast wirkt es, als sei er, ja, zufrieden. Doch genau das ist er nicht - noch nicht. Der Anschein, hier will einer im unangestrengten Wohlbefinden ein paar Golfrunden mit alten Freunden genießen, trügt wie manches Grün in Augusta auf den ersten flüchtigen Blick. Tiger Woods lacht nicht, wenn er sagt, dass er mehr Schläge im Repertoire habe als 2000, dass er besser abschlage, dass sein Eisenspiel immer besser werde. Tiger Woods ist plötzlich gar nicht mehr locker. Nie war er bislang dominanter als vor zwölf Jahren. Nun, sagt er, sei er noch weiter. Wer soll ihm nahekommen? Es gibt nur einen Gegner für alle, da ist er sich sicher. Und dieser Gegner ist er selbst.

Wer bei diesen Worten immer noch lacht, und wenn auch still im Innern, das sind die US-Medien. Ein Tiger Woods in Top-Form ist mehr wert als alles andere. Und ein Woods mit einem potenten Herausforderer macht die Szenerie unbezahlbar. Rory McIlroy soll dem großen Dominator bei diesem Masters einen dramatischen Kampf liefern, es soll der Startschuss sein für ein neues, langes Duell, das die Zuschauer lockt - ungeachtet der Tatsache, dass die Weltspitze im Golf viel mehr zu bieten hat als zwei Ausnahmekönner von beiden Seiten des Atlantiks.

Sports Illustrated ließ neulich wissen, dass das Duell Woods/McIlroy die einzige Geschichte des aktuellen Golf-Geschehens sei, kein Luke Donald als Nummer eins, kein Lee Westwood, keiner der jungen Amerikaner oder Europäer, von Asiaten ganz zu schweigen. Sport ist Emotion, in den USA noch mehr als anderswo. Die Vereinfachung der komplexen Ausgangssituation im Golf, wo es keine Finals, wenig richtige Eins-zu-Eins-Situationen gibt, ist aus US-Sicht nachvollziehbar, doch selbst McIlroy sagt: "Es geht hier nicht um zwei, drei Jungs. Es sind mehr als 80 Spieler dabei."

Die eigene Ausnahmestellung und alle Vergleiche mit Woods kann er damit nicht wegdiskutieren, vielleicht will er das auch gar nicht. Die Vorzeichen sind einfach zu schön, für Marketingfachleute und für Geschichtenschreiber: Es ist ein Duell der Generationen. Rory McIlroy war fünf, als Woods sein erstes Masters spielte, er ging gerade zur Schule, als der 21-jährige Woods mit einer Sensationsleistung sein erstes Major in Augusta gewann. Woods, 36, verbrachte sein halbes Leben als Masters-Teilnehmer, wie er dieser Tage anmerkte. McIlroy, im Frühjahr nach dem großen Kontrahenten der zweitjüngste Weltranglisten-Erste der Geschichte, lernt den Augusta National gerade erst kennen.

Zudem ist es ein Duell der Außenwirkung. Was Woods gerade erst lernt, hat McIlroy, 22, seit Jahren verinnerlicht. Öffentlichkeitswirksames Auftreten, Größe in der Niederlage und sympathische Offenheit gepaart mit einem schelmischen Jungengesicht machte das Talent schon früh zu einem Medienliebling. McIlroy ist auch wegen dieser Fähigkeiten ein Superstar. Woods ist es trotz eines gewissen Unwillens an positiver Außendarstellung.

Auch wirkt der Umstand attraktiv, dass hier ein unbekümmerter Europäer einen US-Routinier herausfordern soll. Wobei herausfordern natürlich eigentlich gar nicht passt - was in den zu beobachtenden Ausführungen vor dem Major jedoch keine Rolle spielt. McIlroy ist die Nummer zwei der Welt, Woods kämpft sich gerade wieder nach oben, McIlroy war im vergangenen Jahr ganz nah am Masters-Triumph und triumphierte bei der US Open, Woods' letzter Major-Sieg liegt bald vier Jahre zurück. Wer fordert hier wen?

Woods erstmals seit Jahren fit in Augusta
Dennoch hat sich Woods über die überaus erfolgreichen Jahre ein Standing entwickelt, das ihn immer zu dem Mann macht, den es zu schlagen gilt, selbst wenn er nur mit einem gesunden Bein spielt, wie bei seinem US-Open-Sieg 2008. Diese Konzentration hat in dieser Woche durchaus eine gewissen Berechtigung. 2010 debütierte Woods in Augusta nach fünfmonatiger Pause unter ungeheurem Druck, angegriffen nach der Ehe-Affäre, unausgereift im Schwung. Ein Jahr später befand er sich mitten in einer Schwungumstellung, der Körper war malad. "Beide Male habe ich den Ball nicht gut geschlagen", sagt er heute. Beide Male wurde er Vierter.

Jetzt ist er fit und auf dem Höhepunkt seines golferischen Schaffens. Was soll ihn also aufhalten? In den USA und in nahezu allen Wettbüros gibt es darauf nur eine Antwort: Rory McIlroy. Während die südafrikanische Golf-Legende Gary Player auf McIlroy tippt, muss man nüchtern konstatieren: Dieses Masters Tournament 2012 ist viel mehr als ein Duell.

Luke Donalds Spiel passt trotz vielleicht fehlender Länge vom Tee gut zu diesem Kurs, Lee Westwood sah hier meist sehr ordentlich aus und hat zudem in der Saisonvorbereitung noch mehr als sonst alles auf die Karte Masters gesetzt, Hunter Mahan schöpft endlich sein großes Potenzial aus, Phil Mickelson ist an der Magnolia Lane immer eine Gefahr für die Konkurrenz. Und das sind nur die gängigsten Favoriten.

Der Golfsport ist auch deshalb spannend wie schon lange nicht mehr, weil es eben mehr als zwei Superstars gibt. Das sind jedoch zu viele für ein historisches Duell.

Get Adobe Flash player

European Tour Partner

  • BMW
  • Genworth Financial
  • Rolex

Sponsoren der European Tour

  • Club Car
  • Titleist

    Media Centre

    Official Partner

    Official Suppliers

    This website is © The PGA European Tour 1997 - 2013. PGA European Tour, Wentworth Drive, Virginia Water, Surrey, GU25 4LX. Registered in England No. 1867610.
    All rights reserved. No reproduction, distribution or transmission of any information, part or parts of this website by any means whatsoever is permitted without the prior written permission of the PGA European Tour.