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Freitag, 06 April 2012
Rory McIlroy  (Getty Images)
Rory McIlroy (Getty Images)
Zwei Fäuste am zweiten Tag - derartige Gefühlsausbrüche sind keine Selbstverständlichkeit an einem Freitagnachmittag in einem Golf-Turnier, und sei es auch ein Major. Doch eine 67 in Augusta, im Alter von 52 Jahren, lässt selbst den Masters-Erfahrenen Fred Couples ein wenig euphorisch werden. "Ich glaube, ich habe vielleicht einmal besser gespielt hier", sagte der Augusta-Champion von 1992.

Zum 28. Mal ist Couples inzwischen an der Magnolia Lane dabei, dass er hier gut zurecht kommt, wäre heillos untertrieben. Keiner hat einen niedrigeren Rundenscore im Augusta National als er, nicht einmal Tiger Woods, nicht einmal Jack Nicklaus. Bei fünf unter Par ist der US-Golfer nach 36 Löchern notiert, nur Landsmann Jason Dufner kann damit zur Halbzeit mithalten. "Es ist mein Lieblingsturnier, ich fühle mich jung, wenn ich hier spiele." Und natürlich weiß er, was das heißt: "Natürlich kann ich hier gewinnen." Der älteste Major-Sieger ist bislang Julius Boros, der die PGA Championship 1968 gewinnen konnte.

Am ersten Tag war ungewöhnlicherweise die erste Bahn für erstaunlich viele Bogeys auf den Scorekarten verantwortlich gewesen. In Runde zwei schwang sich das Schlussloch neben einer kühlen Brise zur großen Hürde auf. Dufner verlor hier ebenso die virtuelle Führung, Lee Westwood ebenfalls. Beide fielen wie auch Sergio Garcia auf vier unter Par zurück. Rory McIlroy und Bubba Watson hatten ebenfalls Probleme, konnten sich jedoch retten und gehen mit Westwood, Louis Oosthuizen und Garcia bei vier unter Par vom geteilten dritten Rang ins Wochenende. "Ich habe mich besser gefühlt heute, konnte aggressiver sein", sagte McIlroy nach seiner starken 69.

Doch nur wenige fühlten sich am Freitag wohler. Die Grüns waren schneller als noch am Vortag, hinzu kam der Wind, der das Feld eng zusammenrücken ließ. Der große Verlierer der zweiten Runde war Tiger Woods. Von seinem beeindruckenden Selbstbewusstsein bei seinem Sieg in Bay Hill vor wenigen Wochen war nichts mehr zu sehen. Wiederum traf er nur wenige Fairways, zudem ließ er die Zuschauer mit drei verpassten kurzen Putts auf den ersten Neun sprachlos zurück.

An der 13 teilte er seinen Frust nach einem verzogenen Drive erstmals lautstark mit den Patrons in Augusta, sein ehemaliger Trainer Butch Harmon entschuldigte sich via TV für den Ausfall. In der Folge verlor vollkommen die Kontrolle über seinen Schwung - das Fluchen nahm kein Ende, so viele schlechte Schläge wie auf der zweiten Neun hatte man von Woods wohl sehr selten gesehen. Am Ende blieb eine 75 (+3), die ihn weit zurückwirft (T40) und die Siegchancen nur noch theoretisch erscheinen lässt.

Kaymer verzweifelt auf den Grüns
Warum Martin Kaymer nach seinem ersten geschafften Cut in Augusta zufrieden mit seinem Schwung war, dennoch aber von einer "Schande" sprach, hatte mit seinem Putting zu tun. Er traf 16 Grüns, blieb jedoch deutlich zu mutlos an diesem Freitag mit dem kürzesten Schläger (38 Putts laut Eigenaussage). Natürlich sei er erleichtert, endlich ein Masters-Wochenende erleben zu dürfen. "Frustriert" war er dennoch.

Bei drei über Par hat Kaymer acht Schläge Rückstand auf die Spitze. Das ist keine Ewigkeit, auf dem schwierigen Kurs sind große Sprünge jedoch schwierig. "Ich muss einfach mutiger und selbstbewusster putten." Mehr muss sich der 27-Jährige nicht vornehmen. Denn ansonsten gilt: "Mein Golf war richtig, richtig gut."

Phil Mickelson setzte seine Aufholjag fort und ist nach zwei langen gelochten Putts zum Ende seiner 68er Runde bei zwei unter Par wieder mitten im Geschehen. "Es wird ein spannendes Wochenende", weiß der Masters-Sieger. "Es sind viele Birdies da draußen."

Langer am Wochenende nicht dabei
Bernhard Langer wird am Osterwochenende keine finden. Ihm ist in Augusta trotz starkem Donnerstag wieder einmal keine Vier-Tages-Veranstaltung vergönnt. Seiner 72 zum Auftakt ließ der 54-Jährige eine enttäuschende 80 folgen und fiel weit zurück. Mit zwei Doppel-Bogeys an Loch 13 und 15 sowie drei weiteren Bogeys büßte der zweifache Masters-Siegers seine bis dahin gute Chance ein. 2005 war er letztmals bis zum Ende dabei gewesen an der Magnolia Lane. 2004 hatte es sogar für den geteilten vierten Platz gereicht.

Die Hoffnung auf vier Masters-Runden wird bis zum kommenden Jahr wieder Einzug ins Langersche Gefühlsleben finden. Fred Couples zeigt, dass Erfahrung in Augusta mindestens so wichtig ist wie spielerisches Vermögen.

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