Es ist sein zweites Jahr auf der Tour - und Victor Dubuisson scheint es für seinen Durchbruch zu nutzen. Vor wenigen Tagen feierte der junge Franzose seinen 22. Geburtstag. Es war der Sonntag bei der Volvo China Open, Dubuisson holte sich seine bislang beste Platzierung auf der European Tour. Der vierte Rang war ein zusätzliches Geburtstagsgeschenk.
Die Chancen stehen nicht schlecht, dass eine Woche später ein weiteres hinzu kommt. Nach Tag eins der Ballantine's Championship führt der Mann aus Cannes das Feld auf dem Blackstone GC mit zwei Schlägen an - und das, obwohl er im Gegensatz zu einem Großteil seiner ärgsten Verfolger in der Nachmittagsgruppe mit windigen Bedingungen zu kämpfen hatte.
Es reichte dennoch zu acht Birdies, die ihn zusammen mit zwei Bogeys und einem Doppel-Bogey auf vier unter Par bringen (68). Seine Zufriedenheit über die starke Runde ist somit keine Überraschung: "Ich habe wirklich gut geputtet heute und ich glaube, das ist der einzige Weg, um bei diesen Bedingungen gute Ergebnisse zu erzielen", sagte Dubuisson.
So war es auch der Wind, der ihm an der 4 die zwei Schläge zum Doppel-Bogey kostete: "Am dritten Loch kam der Wind von links, also dachte ich, am vierten Abschlag wird es von links nach rechts wehen, aber der Wind drehte die ganze Zeit." So landete sein Abschlag im Wasser. Doch mit Birdies an den beiden nächsten Löchern meldete er sich eindrucksvoll zurück.
Rang zwei teilen sich gleich fünf Spieler, darunter Paul Casey bei zwei unter Par. "Ich weiß, wenn ich das Golf spiele, zu dem ich fähig bin, habe ich eine gute Chance zu gewinnen." Der Engländer war gemeinsam mit Dubuisson einer der wenigen, die am schwierigen Nachmittag noch sehr gute Scores ins Clubhaus brachten.
Adam Scott, bestplatzierter Profi der Weltrangliste im Feld, folgt nur einen Schlag dahinter auf dem geteilten siebten Rang (71). Eine Par-Runde (72) brachte Miguel Angel Jiménez auf den geteilten 18. Rang, den er sich unter anderem mit dem Österreicher Bernd Wiesberger teilt. Ian Poulter hingegen ist mit einer 75 nicht wie gewünscht ins Turnier gestartet, auch Darren Clarke muss nach einer 77 auf Rang 95 um den Cut bangen.
Diese Sorgen hat Victor Dubuisson nach seiner Runde nicht. Der französische Shootingstar, den die Journalisten seines Landes schon lange ganz oben erwarten, spielte bereits mit 15 sein erstes Turnier auf der European Tour. Seither ist ihm klar, dass er damit sein Geld verdienen will. Knapp 200.000 Euro sind es in diesem Jahr bereits. Wenn er in den Tagen von Seoul so weiter macht, könnte ein ordentlicher Teil der gut zwei Millionen Euro Preisgeld dazu kommen.