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Mittwoch, 22 August 2012
 Nicolas Colsaerts   (Getty Images)
Nicolas Colsaerts (Getty Images)
Gleneagles, Schottland: Die Zitterpartie um die letzten drei Plätze für den Ryder Cup 2012 geht in die heiße Phase. Sergio Garcia hat sich vergangene Woche fix für die Mannschaft qualifiziert. In Gleneagles hat Nicolas Colsaerts die Chance auf den letzten sicheren Platz. Marcel Siem könnte mit einer ordentlichen Leistung seine Chancen auf eine Wild Card verbessern.

Sergio Garcia hat es in der vergangenen Woche vorgemacht, Nicolas Colsaerts möchte es dem Spanier in Schottland nachmachen: Sich mit einem Sieg sicher für den Ryder Cup qualifizieren. Doch der Belgier benötigt nicht einmal den Titel bei der Johnnie Walker Championship. Ihm würde ein geteilter zweiter Platz - mit nicht mehr als zwei weiteren Zweiten - reichen, um Martin Kaymer vom zehnten Platz in der Ryder-Cup-Qualifikationsliste zu verdrängen.

Das ist mit einem Blick auf das illustre Starterfeld allerdings leichter gesagt, als getan. Immerhin stehen sieben ehemalige Major-Sieger am Tee. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich bei der Johnnie Walker Championship schon so manches Blatt zugunsten eines Spielers gewendet hat. 2010 gewann Edoardo Molinari - unter anderem vor seinem Bruder Francesco - in Schottland und bekam daraufhin eine Wild Card von Colin Montgomerie. Und auch in diesem Jahr wird José María Olazábal mit einem Auge das Tableau beobachten, bevor er seine beiden Picks für Medinah am Montagmorgen bekannt gibt.

Poulter scheint sicher, wer bekommt die zweite Wild Card?

Eine der beiden Wild Cards scheint sicher vergeben zu sein: Ian Poulter hat sich mit seinen Leistungen in den vergangenen Wochen und Monaten mehr als empfohlen.  Es war zwar kein Sieg dabei, allerdings schloss er drei Majors in den Top Ten ab. Zumal der Engländer bei den Ryder Cups regelmäßig aufblüht. 2010 heizte er die Fans im Celtic Manor Resort mit spektakulären Schlägen ein. Zudem kennt sich IJP auch auf amerikanischem Boden sehr gut aus, spielt er doch regelmäßig auf der US PGA Tour. Er hat auch in dieser Woche auf einen Start in Europa verzichtet. Stattdessen spielt er beim ersten Playoff-Event des FedEx Cups in New York mit. Bei der zweiten Wild Card wird es hingegen wohl stark davon abhängen, wer auf dem PGA Centenary Course in dieser Woche die beste Leistung abliefern kann.

Auch Siem steht auf Ollis Liste

Damit ist auch Marcel Siem noch nicht aus dem Rennen. Eine Top-Platzierung, im besten Fall ein Sieg, und der Deutsche könnte auf der Liste der möglichen Picks von Olazábal weit nach oben rutschen. "Es reicht ein Turnier um die Erwartungen komplett zu verändern. Man muss nur sehen, was bei Marcel Siem passiert ist, als er die Open de France vor zwei Wochen gewonnen hat. Jetzt ist die Tür für ihn offen", sagte der Kapitän gegenüber der spanischen Presse Anfang Juli. Sein Sieg in Frankreich und die guten Ergebnisse in diesem Jahr sprechen also für ihn. Hinzu kommt, dass Siem auch im Team schon erfolgreich war:  2006 gewann er zusammen mit Bernhard Langer den World Cup auf Barbados und war auch 2003 und 2004 bei dieser Veranstaltung vertreten - 2005 musste er verletzungsbedingt absagen. Es wäre Siems erste Teilnahme am Kontinentalvergleich.

An den ersten beiden Tagen wird Siem mit zwei Spielern aufteen, die ebenfalls auf der Liste des Kapitäns stehen dürften: Alexander Noren und Thorbjørn Olesen. Gerade der junge Däne hat in dieser Saison mit seinem Sieg auf Sizilien und fünf weiteren Top-Ten-Platzierungen - darunter ein neunter Rang bei der Open Championship - auf sich aufmerksam gemacht.

Geschichtsträchtiges Gleneagles?

Man kann also erneut von vier spannenden Tagen in Gleaneagles ausgehen. Ob es allerdings ein ähnlich dramatisches Finish wie 2011 geben wird, als sich Thomas Björn in einem Fünf-Mann-Playoff gegen George Coetzee, Mark Foster, Pablo Larrazábal und Bernd Wiesberger durchsetzte, ist fraglich. Schließlich war es damals erst das zweite Mal, dass ein Titel auf der European Tour unter so vielen Kontrahenten im Playoff entscheiden wurde.

Möglicherweise holt sich auch der Liebling der Schotten den Titel in der Heimat. Colin Montgomerie könnte sich seinen so lange erhofften dritten Titel in Schottland holen. Die Alfred Dunhill Links Championship (2005) sowie die Barclays Scottish Open (1999) hat der Ryder-Cup-Kapitän von 2010 bereits für sich entscheiden können. Bei der Johnnie Walker Championship gelang ihm allerdings bislang noch kein Sieg - 2003 und 2006 scheiterte er nur knapp und schloss die Events auf dem vierten Platz. Sollte es Montgomerie in dieser Woche schaffen und sich das schottische Triple holen, würde er zudem der älteste Sieger in der European-Tour-Geschichte werden. Am Sonntag könnte sich Monty mit 49 Jahre und 64 Tagen in den Büchern der European Tour verewigen.

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Turnier Leaderboard

Name des SpielersNatLochPar
1LAWRIE, PaulSCO18-16
2RUMFORD, BrettAUS18-12
T3ANDERSSON HED, FredrikSWE18-11
T3LAFEBER, MaartenNED18-11
T3WATTEL, RomainFRA18-11
T6MOLINARI, FrancescoITA18-10

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