Kalt war es gewesen an den ersten Tagen des European Masters in Crans Montana. Doch als Richie Ramsay am Finalsonntag seine letzte Runde spielte, wärmte die Sonne plötzlich den Panorama-Kurs - und schuf so die passende Atmosphäre für ein beeindruckendes Masters-Finish des Schotten, der sich mit vier Schlägen Vorsprung seinen zweiten Titel auf der European Tour und 350.000 Euro Preisgeld sicherte.
Golden wie das Wetter könnte der Spätsommer für Ramsay, 29, werden. Nach einem mageren Jahr auf der Tour mit lediglich einem Top-Resultat, hatte er sich in der vergangenen Woche als Sechster erstmals wieder vorne gezeigt, nun machte er es noch besser. Die Konkurrenz gab nur einen ansprechenden Rahmen für die Show des neuen Bergkönigs Ramsay, der bis zur 14 fünf Birdies und ein Eagle (14) lochte und spätestens zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon alles klar machte.
Paul Lawrie, dem Sieger der vergangenen Woche, und gemeinsam mit dem Engländer Danny Willett blieb im Flight mit dem Sieger nur ein wenig Raum für etwas Begleitmusik. Ein lautes "Come on - yes!" beendete ein sehr starkes Turnier Ramsays, der auf der 18 seinen Ball zum Par und zu einem Gesamtscore von - 16 ins Loch schob. Platz zwei teilen sich bei zwölf unter Par Marcus Fraser (Australien), Romain Wattel (Frankreich), Fredrik Anderson Hed (Schweden) und Danny Willett (England). Lawrie fiel mit einer 70 auf den geteilten sechsten Platz zurück.
"Ich wusste, es wird eine schwierige Runde, Paul [Lawrie] ist ein fantastischer Spieler", erklärte Ramsay direkt nach dem Sieg. "Ich habe mit sehr guten Freunden heute gespielt. Ich wollte es einfach genießen." Man kann sagen: Das hat geklappt - auch dank des famosen Wetters. "Die Schlussphase hat sich so unglaublich angefühlt. Das kannst Du nicht kaufen."
Marcel Siem setzte seine gute Saison mit einem weiteren Top-15-Ergebnis fort. Und das mit einem durchaus erfreulichen Finale. Zwei Birdies auf den Abschlusslöchern brachten ihn auf insgesamt acht unter Par und damit auf den geteilten 14. Rang. Seine starke Position (PLatz 13) im Race to Dubai kann er damit halten - die Top Ten ist weiter im Blick.
Gleich nach der Runde ging es auf den Heimweg, der finale Flight war noch auf dem Kurs. Ein wenig "versöhnlich" sei der Birdie-Abschluss", teilte er aus dem Auto mit. Insgesamt war er jedoch nicht ganz glücklich - ein Ausweis seiner gestiegenen Ansprüche, vor einem Jahr hatte er nach Platz zwölf in der Schweiz noch gestrahlt. "Die ganze Woche lang lief nur leider nix so richtig." Doch er sah auch das Positive: "Meinen Weltranglistenplatz sollte ich halten."
Alex Cejka verlor am Sonntag ein wenig. Seine Runde von even Par konservierte seinen Score bei drei unter Par, gleichbedeutend mit Position 41. Für einen Sprung im Race to Dubai von Rang 166 weit nach vorne zu wenig. Dennoch wird der 41-Jährige in den kommenden Wochen durchaus noch weitere Chancen haben, die volle Tourkarte mit einem Platz unter den besten 115 zu sichern.