In the Bag: Bubba Watson

11/04/2012 07:50:52
Bubba Watson  (Getty Images)
Bubba Watson (Getty Images)

Sein Spiel kann man kaum in Worte fassen, sein Caddie nennt es "Bubba-Golf" und die Fans schauen meist nur verwundert seinem Ball hinterher. Bubba Watson gewann das Masters mit viel Vorstellungskraft und noch mehr Fingerspitzengefühl. Wir werfen einen Blick in die Tasche des Ping-Spielers.

"Mein Spiel steht und fällt mit dem Driver." Besser ist die Spielweise von Bubba Watson aus Bagdad, Florida, kaum zu beschreiben. Er kann mit seiner Länge selbst einen Augusta National GC wie einen Pitch-und-Putt-Platz aussehen lassen. Auch wenn er beim Masters wohl zum ersten Mal seit seinem 15. Geburtstag eine Durchschnittslänge von unter 300 Yards aufwies - seine Abschläge flogen 290,4 Yards (265 Meter) - so muss man beachten, dass lediglich Abschläge gemessen werden, die auf dem Fairway landeten. Und das taten bei Bubba Watson in der vergangenen Woche nur 37 Drives. "Ich habe kein Problem damit. Ich mag es, aus dem Rough zu spielen und meine Fantasie einzusetzen."

Spektakuläre Schläge

Als Außenstehender das Spiel von Bubba Watson zu beschreiben, ist schwer. "Mein Caddie nennt es Bubba-Golf." Er mag es nicht, die Grüns sicher in der Mitte anzuspielen. "Ich möchte die 'Wow-Schläge' spielen, die einem in Erinnerung bleiben, so wie es Ballesteros gemacht hat und Phil (Mickelson) immer noch macht." Dessen Schlag am 16. Loch des Masters 2010 konnte aber Watson am zweiten Playoff-Loch toppen. "Ich hatte 124 Meter bis Anfang Grün, das war das Einzige, das für mich wichtig war." Bis zum Loch waren es 150 Meter. "Ich musste einen 40 Meter-Hook spielen, der am Anfang wegen der Bäume maximal fünf Meter hoch fliegen durfte. Ein flacher Hook mit dem 53-Grad-Gap-Wedge also. Eigentlich ein einfacher Schlag." Dieser Kommentar brachte ihm viele Lacher bei der abschließenden Pressekonferenz.

Mit einem Schläger mit so viel Loft können wohl nur die wenigsten Golfer einen 40-Meter-Hook spielen, der so flach startet und dann auch noch wenige Meter neben der Fahne liegen bleibt - geschweige denn auf dem zweiten Playoff-Loch, wenn es um den Sieg beim Masters Tournament geht. Doch für Bubba Watson ist das tatsächlich ein eher normaler Schlag. "Ich mag es nicht besonders, gerade Schläge zu machen", sagte er einmal. "Ich sehe es lieber, wenn die Bälle Kurven fliegen. Dann konzentriere ich mich mehr." Der Amerikaner, der noch nie Trainerstunden genommen hat, gilt in Amerika als einer der begabtesten Profis. "Er hat vermutlich mehr Talent im kleinen Finger, als ich in meinem gesamten Körper", beschrieb es Colin Montgomerie bei einer Analyse auf Sky Sports.

Das mentale Kostüm eines Masters-Champions

"Vor wenigen Jahren noch habe ich mich von jedem schlechten Schlag herunterziehen lassen", erzählte Watson. "Ich war auf dem falschen Weg." Sobald er die Scorekarte unterschrieben hatte, war er schon immer der durchgedrehte Golfprofi, der mit Freunden peinliche Musik-Videos dreht, Trickschläge auf YouTube präsentiert oder sich zu sonstigen Verrücktheiten hinreißen lässt. "Meine Freunde und vor allem mein Caddie haben mich aber auf den richtigen Weg gebracht." Auch sein Glaube hat ihm dabei sehr geholfen. "Als Christ kann man so nicht leben. Es war ein langer Prozess, ich arbeite immer noch hart daran und es wird von Jahr zu Jahr besser."

Nach dem letzten Putt drehten sich seine Gedanken nur noch um Eines: "Ich wollte nach Hause zu meinem Sohn und meiner Frau." Nach dem Arnold Palmer Invitational hatten er und seine Frau Angie einen kleinen Jungen adoptiert. Doch die beiden konnten beim größten Erfolg des stolzen Papas nicht dabei sein. "Die Adoption ist noch nicht ganz abgeschlossen. Sie dürfen Florida noch nicht verlassen." Deshalb dachte er auch bei der Ansprache von Charl Schwartzel nur an eine Sache: "Ich sah einen Helikopter ganz in der Nähe und Charl hat einen Flugschein. Ich wollte ihn heimlich anstoßen und abhauen."

Auch in der Woche des Masters kamen alle seine Schläger von seinem Sponsor Ping. Natürlich durfte ein Schläger nicht fehlen, mit dem er sein Anfang des Jahres nicht nur Aufmerksamkeit erregt, sondern zudem Geld für einen guten Zweck sammelt: der pinke Ping Driver. Für jeden Abschlag über 300 Yards spendet Ping Geld für die Initiative "Bubba & Friends Drive to a Million".

Driver: Ping "Pink G20" (8,5 Grad; Schaft: Grafalloy "Bi-Matrix")

Fairwayholz: Ping "G20" Holz 4 (16,5 Grad; Schaft: True Temper "Project X 8A1")

Eisen (3-PW): Ping "S59" (Schäfte: True Temper "Dynamic Gold")

Wedges: Ping "Tour-W" (52 und 56 Grad) und Ping "Tour-S" (64 Grad; Schäfte: True Temper "Dynamic Gold")

Putter: Ping "Redwood Anser"

Ball: Titleist "Pro V1x"

Schuhe: FootJoy "FJ Icon"

Handschuhe: FootJoy "Spidr2"